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Interview: Ja, Panik

"Ja, Panik" - "Nein, Gelassenheit" konnte ich unlängst auf einem besprühten Baucontainer der ÖBB lesen. Beim folgenden Interview hat bei den Jungs aber definitv letzteres überwogen


Im Rahmen des Palaverama Festival, das von 1. bis 2. August in Gmünd statt fand, haben sich die kulturinteressierten Jungs von Ja, Panik mit uns unter anderem über unterschiedliche Mentalitäten des Publikums, den Vorzügen einer Clubtour und vieles mehr unterhalten...

Vor's Mikro setzten sich Andreas Spechtl (Vocals, Gitarre) und Stefan Pabst (Bass).


NB: Wie gefällt es euch hier in Gmünd?


Andreas: In Gmünd selbst waren wir noch nicht so wirklich..

Stefan: Die geschichtsträchtige Stadt Gmünd haben wir leider noch nicht kennen lernen dürfen, aber ich habe gehört es gibt einen tschechischen und einen österreichischen Teil, oder bin ich da etwa falsch?




NB: Ja also die tschechische Grenze ist ja gleich dort hinten im Wald beim Campingplatz, aber ich denke du hast recht, was die geteilte Stadt betrifft, hab davon ebenfalls schon gehört...

Andreas: … Thomas Bernhard hat auch gern hier residiert, ganz in der Nähe!

Stefan: Kann so schlecht also nicht sein (grinst).




NB: Und wie gefällt es euch generell am Palaverama Festival?

Stefan: Das Festival ist super, wir fühlen uns hier sehr wohl.

Andreas: Ja, es ist alles sehr nett.




NB: Woher kommt eigentlich euer Bandname?

Andreas: Aus dem Slawischen…

Stefan: Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, da müsstest auf Wikipedia schauen, aber ich glaub aus dem Slawischen…

Andreas: Auf Wikipedia steht prinzipiell alles…

Stefan: Aber um die Wahrheit zu sagen, in Wirklichkeit steckt überhaupt nichts dahinter, das war lediglich ein Textfragment aus einem Lied unserer ersten Platte.




NB: Wie kamt ihr eigentlich auf die Idee Unterhosen als Merchandising-Artikel …

Stefan (unterbricht): Oh, das war eine schlechte Idee, ganz schlecht.


NB: … zu verkaufen? Waren euch T-Shirts zu langweilig?

Stefan: Aber sie sind ausverkauft … wer ist überhaupt auf die Idee gekommen?

Andreas: Der Sebastian, unser Jungspund. Er muss immer übertreiben, aber vielleicht wird ja noch mal was aus ihm.



NB (an Andreas): Am Donaukanaltreiben hast du ja mit Stephan Stanzel von "A Life, A Song, A Cigarette" abwechselnd gemeinsam die Lieder vom jeweils anderen gesungen. Wie war das beziehungsweise wie ist das zustande gekommen? Kennst du den Stephan schon länger?

Andreas: Den Stephan kenne ich schon lang und gut. Er ist ein netter Geselle, muss man sagen. Wir haben leider sehr wenig geprobt und wollten uns eigentlich etwas Besonderes überlegen, irgendwelche anderen Lieder etc. Dann ist das aber gescheitert und somit haben wir halt gedacht, wir können eigentlich nur unsere Lieder spielen und dann haben wir halt das Minimalste, nämlich dass wir ein paar Lieder ein wenig umdrehen, versucht und das hat dann mehr oder weniger gut funktioniert. War aber ganz lustig!




NB: Woher rührt eigentlich eure Hass-Liebe zu Wien, was man ja auch so ein wenig aus dem Lied „Wien, du bist ein Taschenmesser“ raushört? Ursprünglich stammt ihr ja aus dem Burgenland, wie ich gelesen habe, und seid dann nach Wien übersiedelt?

Andreas: Ja richtig, wir sind da quasi verschleppt worden.

NB: Der Musik wegen?

Stefan: Das ist glaub ich ein natürlicher Vorgang, dass man vom Land in die Stadt zieht, wenn man zum Beispiel ein Studium beginnt, weil es am Land sehr wenige Universitäten gibt und deshalb sind wir aus dem Burgenland nach Wien gezogen, mitunter wegen der Musik und … was war die Frage schnell?

Andreas: Hass-Liebe!

Stefan: Achja, keine Ahnung. Wir hegen eigentlich keine Hass-Liebe

Andreas (unterbricht): Was sich liebt, das neckt sich.

Stefan: Genau (grinst)! Explizit haben wir das ja auch nie irgendwo erwähnt, dass wir eine Hass-Liebe zu Wien pflegen. Das wird gerne hinein interpretiert und ist auch glaub ich ganz normal beziehungsweise wäre es meiner Meinung nach unnatürlich, seine jeweilige Stadt nur zu lieben. Dies wäre ja auch nicht glaubwürdig.

Andreas: Das ist immer alles sehr dialektisch, aber trotz allem verspüren wir da weder Liebe noch Hass.




NB: Ihr spielt ja heuer auch noch auf ein paar weiteren Festivals und im Herbst seid ihr auf einer Clubtour durch Deutschland. Was gefällt euch besser? Auf mehr oder weniger großen Bühnen vor ein paar hundert Leuten zu spielen oder doch lieber vor einer überschaubaren Menge an Leuten?

Stefan: Ich glaube, das ist leicht zu beantworten: Wir sind keine Festival-Band…

Andreas: Ich persönlich bin auch kein Festival-Geher, ich finde das immer ein bisschen komisch, wenn man immer nur so kurz Zeit für Soundchecks etc. hat. Von dem her spiele ich lieber in einem kleinen Club, ich glaub da spreche ich auch für die Band.

Stefan: Es ist auf jedenfall „leichter“ in einem kleinen Club.

Andreas: Ja und ich finde es für uns auch einfach passender. Ich sehe uns und die Gruppe Ja, Panik schon eher in mehr oder weniger verrauchten Clubs zu Hause. Es ist auch einfacher für eine Band, wenn du ein Konzert spielst wo du weißt, das ist dein Konzert und die Leute kommen wegen dir und auf Festivals finde ich es einfach nur stressig. Du kommst hin, hast keinen echten Soundcheck, spielst und musst dann gleich wieder runter von der Bühne. Am liebsten würde ich überhaupt auf keinen Festivals spielen, aber das ist monetär nicht drin.


Stefan: Dennoch wird das Erfahrungsrepertoire auf jeden Fall erweitert und …

Andreas (unterbricht): … es gibt auch schöne Festivals. Zum Beispiel stelle ich mir das sehr schön vor, wenn du das ganze Jahr auf Tour bist und du dann auf irgendwelchen Festivals befreundete Bands triffst, weil die dort eben auch spielen.




NB: Was sind so befreundete Bands von euch?

Andreas: Ja, also wie du vorher schon angeschnitten hast, „A Life, A Song, A Cigarette“ mögen wir gern, genauso wie „Killed by 9 Volt Batteries“ und deutsche Bands wie „Britta“ und „Mobilé“, mit denen wir schon gemeinsam auf Tour waren.




NB: Wegen der Clubtour – habt ihr auch einen Lieblingsclub, bei dem ihr sagt, ihr spielt dort öfter und auch immer wieder gerne?

Stefan: Wasserburg!

Andreas: Ja, mehrere. Das ist eben sein Lieblingsclub.

Stefan: Also die Wasserburg, das ist so ein Jugendzentrum in Bayern und ich mag die Atmosphäre dort sehr gerne. Die ist sehr heimelig mittlerweile. Es gibt generell sehr viele gute Clubs und es ist auch nicht unbedingt gesagt, dass diejenigen in der Stadt die coolsten sind oder dass dort die coolsten Leute kommen. Es ist auch oft so, dass in der so genannten Provinz oder in Gegenden, wo man es nicht erwartet, dann auf einmal viele kommen oder ganz besonders nette Leute eben.

Andreas: Für eine Band, die tourt, ist es ganz wichtig, wie die Veranstalter drauf sind. Da sind wir froh, wenn wer nett ist, sich um dich kümmert und das ist dann die positive Erfahrung, die man letzten Endes mit Heim nimmt und die einem in Erinnerung bleibt.

Stefan: Auch am Palaverama ist es super hier und sicher sehr professionell organisiert.



NB: Da ihr schon oft in Deutschland gespielt habt, würde mich interessieren ob die Fans dort anders auf eure Musik reagieren.

Andreas: Wir werden vielleicht öfters auf unsere Sprache angesprochen, also vor allem die gesprochene, aber eigentlich gibt es ansonsten keine wirklichen Unterschiede.

Stefan: Mir kommt es so vor, als wäre das Publikum in Deutschland tendenziell ein wenig älter. Es gibt sicher auch kleine Unterschiede in der Mentalität und das deutsche Publikum schätzt die Interaktion mit der Band sehr. Sie sprechen gern zu Bands und wollen auch, dass die Bands mit dem Publikum sprechen, das haben wir herausfiltern können.

Andreas: In Deutschland ist das viel extremer als in Österreich und die deutschen Bands sprechen auch generell sehr gerne auf der Bühne, glaube ich. Deswegen wird es auch uns manchmal krumm genommen, dass wir dann eben nicht sprechen auf der Bühne. Aber das ist nicht wirklich ein Problem.


NB: Ihr habt ja für dieses Album eine Musikförderung der SKE, dem Förderverein der Austro Mechana, erhalten bzw. über eure Plattenfirma Schönwetter Records zugesprochen bekommen. Wie wichtig denkt ihr, ist Musikförderung für euer Genre speziell in Österreich?

Andreas: Ach, das ist schon ganz gut so. Es passiert auf diesem Gebiet auch einiges und es ist, denke ich, in den letzten Jahren besser geworden, da es mittlerweile verschiedenste Fördermöglichkeiten gibt. Man kann zwar sagen, dass etwas gemacht wird, aber dennoch ist es nicht so, dass es ohne nicht ginge, da es ja vorher auch immer irgendwie gegangen ist, eine Platte herauszubringen. Wichtig ist mir, mich davon nicht abhängig machen zu lassen. Es ist gut, dass die ein wenig Geld hergeben, aber man muss ihnen dafür nicht übertrieben dankbar sein.




NB: Könnt ihr bereits von eurer Musik leben oder müsst ihr euch auch noch anderweitig euer Brot verdienen?

Stefan: Naja, das ist eine Frage des Lebensstils. Man kann sich’s sicher irgendwie richten…

Andreas: Es ist so, dass man in den besten Momenten, wenn die Platte gerade raus kommt und man auch viele Konzerte spielt und so, ganz gut verdient. Aber natürlich gibt es auch eine Zeit, wo Pause ist und du bereits wieder aufnimmst… Wenn die Platte heraußen ist, kann man es wie einen Nebenjob sehen bzw. als wie wenn man wo geringfügig angestellt ist.

Stefan: Wir haben dadurch halt kein gesichertes Monats-Einkommen, aber es kommt schon was rein auch und das muss man sich dann eben so richten.

NB: Danke für das Interview!






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verfasst von colt am 06.08.2008


Kommentare





alte Kommentare:
Magdalena am 28.08.2008, 20:03
ich find das interview ziemlich leiwand !

ordentlich recherchiert, ein lob an den verfasser! (der bestimmt zum anbeißen ist )

*Martina* am 23.08.2008, 9:30
Ja Panik sind gestern in Berlin im "Rosis" aufgetreten. Machen jetzt also auch den deutschen Markt unsicher!

matchbookromance am 12.08.2008, 17:29
das foto ist aber nicht gut ^^


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